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Gesetzesänderung zur Krankenversicherung der Rentner (KVdR)

ab dem 1. August 2017.


Neue Möglichkeit für Rentnerinnen und Rentner in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln und so erhebliche Kosten für private Krankenversicherungen oder eine freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung zu sparen ...


Wer als Rentner in der "Krankenversicherung der Rentner" (KVdR) versichert ist, genießt alle Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung mit Ausnahme von Krankengeld. Wer die Voraussetzungen zur Rentnerkrankenversicherung erfüllt, ist damit auch in der sozialen Pflegeversicherung pflichtversichert.

Günstig bei einer Mitgliedschaft in der KvdR ist, dass die Hälfte des Krankenversicherungsbeiträge vom Rentenversicherungsträger übernommen wird. Der Rentner muss demnach nur den halben Kassenbeitrag von seiner Rente zahlen.

Ausgenommen hiervon ist der jeweilige Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung, Krankenversicherungsbeiträge aus Versorgungsbezügen und Arbeitseinkommen sowie gesetzliche Renten aus dem Ausland, diese trägt der Rentner allein. Hingegen wird Einkommen aus Vermietung und Verpachtung nicht zur KVdR verbeitragt.


Wer jedoch in den Genuss dieser günstigen Pflichtversicherung kommen möchte, muss einige Voraussetzungen erfüllen:


  • Antrag einer Rente der gesetzlichen Rentenversicherung, Bezug einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung z.B. Altersrente, Erwerbsminderungsrente, Witwen- oder Waisenrente

und

  • Erfüllen der Vorversicherungszeit. Die Vorversicherungszeit ist dann erfüllt, wenn der Rentner in der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens zu 9/10 (sog. 9/10 Regelung) gesetzlich oder freiwillig versichertes Mitglied in der Krankenversicherung war oder aufgrund einer Pflichtversicherung familienversichert gewesen ist.

An dieser notwendigen Vorversicherungszeit fehlt es häufig, so dass der Weg in die gesetzliche Krankenversicherung der Rentner versperrt ist. Die Gesetzesänderung zum 01. August 2018 des § 5 Abs. 2 Satz 3 SGB V, könnte für einen Teil der hiervon betroffenen Rentner eine Möglichkeit bieten, durch die nunmehr vorgesehene pauschale Anrechnung von drei Jahren für jedes Kind, Stiefkind oder Pflegekind, auf die erforderliche Mitgliedszeit, die notwendige Vorversicherungszeit zu erfüllen.


Vorsicht: Nicht umfasst von der pauschalen Anrechnung sind Enkelkinder!


Im Gegensatz zu der Zuordnung rentenrechtlicher Zeiten, müssen die Kinder nicht selbst erzogen worden sein, sie müssen nur vor dem Tag der Rentenantragstellung geboren sein. Hierdurch besteht nicht nur für ein Elternteil die Möglichkeit die entsprechenden Zeiten anerkennen zu lassen. Beide Eltern können die Feststellung in der Krankenversicherung der Eltern beantragen und darüber hinaus auch eventuell vorhandene Adoptiv – bzw. Pflegeeltern.

Wichtig ist, dass für diese pauschale Anrechnung ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden muss, diese wird nicht von sich aus tätig! Bei Privatversicherten ist ein entsprechender Antrag an die letzte gesetzliche Krankenversicherung zu richten. Den Antrag an die Krankenversicherung können sowohl Bestandsrentner, als auch Neurentner stellen.


Wir prüfen für Sie, ob für Sie die Möglichkeit der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung besteht und ob dieser Schritt für Sie günstig ist - sind Ihnen darüber hinaus auch bei der Antragstellung und der Kommunikation mit den Krankenkassen behilflich.